Wasserschloss von Europa – Vier-Quellen-Weg im Gotthardmassiv

Wasser als Lebenselixier und Energiespeicher

Die Schweiz gilt mit ihren Tausenden von Quellen als Wasserschloss Europas: Sieben Prozent der europäischen Süsswasserreserven lagern im Gotthardmassiv. Die vier Flüsse Rhein, Reuss, Ticino und Rhone, die im Gotthardmassiv entspringen, sind für einen Grossteil der Wasserkraft in der Schweiz zuständig.

Zu den Quellen

Zu den Quellen

Die Zauberkraft des Wassers trägt tonnenschwere Schiffe, bewegt gewaltige Turbinen, «verwandelt» sich in Strom, bewässert ganze Landstriche und lässt blühende Naturschönheiten aus der Erde spriessen.

Mit seinen donnernden Wasserfällen spielt es gewaltige Orchestermelodien der Natur, lässt uns in den wechselnden Farben eines Bergsees den wundersamen Kreislauf zwischen Quellen der Erde und den Wolken des Himmels erahnen. Das Wasser rieselt zu Beginn seines langen Wegs als reines, sprudelndes Bächlein aus der Erde und mündet schliesslich als breiten Strom ins Meer.

Beim Aufstieg vom Tiefland zu den Quellen der vier Flüsse Rhein, Reuss, Ticino und Rhone im Gotthardgebiet erleben wir das Wasser als Lebenselixier und beindruckende Kraft aus nächster Nähe.

Wasser ist das Urelement des Lebens

Die Uno-Generalversammlung hat die Jahre 2005–2014 zum Aktionsjahrzehnt für das Wasser erklärt. Wasser ist nicht nur Ursache, sondern auch Bedingung für das Leben auf der Erde. Ob als Eis, Dampf oder flüssig: Wasser ist der wichtigste Rohstoff unseres Planeten. Es beeinflusst Wetter, Klima, Landschaft, Fauna, Flora, Gesundheit, Wirtschaft, Politik und Kultur.

Als die Menschen vor mehr als 20 000 Jahren in den Ländern des östlichen Mittelmeerraums vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit übergingen und Ackerbau zu betreiben begannen, entstanden die ersten Wasserrechte, welche die Benützung des Wassers regelten. Erste schriftliche Bestimmungen zur Verwendung von Bewässerungsanlagen finden sich bereits in einer der ältesten Rechtssammlungen der Menschheit («Codex Hamurabbi», 1700 v. Chr.).

In Mythen und in Religionen nimmt das Wasser eine zentrale Stellung ein: Seine reinigende Kraft kommt in den Waschungsritualen des Islam oder des Judentums zum Ausdruck. Der ewige Kreislauf des Wassers wurde in den frühen Taufriten der Christen symbolisch nachvollzogen: Sterben als Untertauchen ins Wasser und Auferstehung als Ankommen am Ufer des neuen Lebens.